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Versuch einer Klassifikation von Twitter Nutzern

22. April 2011

Disclaimer: a) „Gedankenbildung in Progress“ und b) nicht ganz ernst gemeint.

Ich Frage mich seit längerem, ob man Twitter Nutzer nicht allein der einfachsten Daten, die für jeden ersichtlich sind, recht einfach clustern und unterscheiden kann. Man sieht für jeden Twitter Account drei Dinge schnell und einfach

  1. Follower – Anzahl Nutzer die den Tweets folgen
  2. Following – Anzahl Nutzer deren Tweets der Account folgt
  3. Tweets – Anzahl der Statusmeldungen / Microblog Posts

Diese Zahlen scheinen sehr unabhängig voneinander. Klar gibt es noch „Listed“ (die Anzahl der Listen auf denen der Twitter Account ist) aber das korreliert ziemlich genau zu der Anzahl Follower. Also gibt es dadurch keinen Informationsgewinn. Komplexere Zahlen könnte man sicher auch erheben also wie oft wessen Sachen retweeted werden oder die Anzahl Metiones aber die obigen drei Kennzahlen geben imho schon eine Menge her. Sie spannen einen Raum dieser Art auf.

Klassifikation Twitter Nutzer

Hier ein paar Twitter Accounts damit man schnell sieht wie sehr sich diese Zahlen unterscheiden.

Ein Kernelement, bei dem ich mir in diesem Denkmodell nicht sicher bin ist, ob man eher relative oder absolute Zahlen nehmen muss oder irgendwas dazwischen? 2.000 Follower sind „wenig“, wenn der Nutuzer 200.000 Tweets abgesetzt hat. 2.000 Follower sind „viel“ wenn der Nutzer nur 3 Mal getwittert habt und selbst nur 20 Followed. Dann kommt auch noch etwas geographisches hinzu: In Deutschland sind 2.000 Follower eine ordentliche Menge. In den USA fast nichts …

Aber es gibt dennoch so ein paar Schemata / Cluster die sich aufdrängen die man mit der obigen Matrix finden könnte. Wenn man jede Dimension nur in zwei Werte einteilt: viel und wenig – ergeben sich 8 Cluster = 8 Twitter Typen, die ich mal versuchen werde zu Characterisieren

a) Viel Follower, viel Following, viele Tweets

-> Mega-über-ober-Poweruser. Der Traum von Twitter selbst. Der obige Antipreneur Twitter Account geht imho so in die Richtung. Gleich viele Follower wie Following. Vielleicht wird ein Tool mit Autofollow genutzt?! Imho eher keine gute Idee. Tweet zu Follower Rate von 1:1.

b) Viel Follower, Viel Following, wenige Tweets

Jemand Berühmtes mit komischer Auto-Follow Funktion der aber bei Twitter dann doch nicht aus dem Quark kommt und es doch nicht nutzt? Vielleicht kommt dieser Typus auch kaum vor …

c) Viel Follower, wenig Following, viele Tweets

Spannender Mensch. Viel zu Sagen. Und wird auch gerne und viel gehört. Aber nicht so interaktiv von der Einstellung her. Oder einfach zu viele Follower um alle zu followen und dennoch einer Arbeit nach zu gehen 😉

d) Viel Follower, wenig Following, wenige Tweets

Wichtiger Mensch der sich aber nicht so Twitter nutzen will.

e) Wenige Follower, viel Following, viele Tweets

Am wahrscheinlichsten ein Bot! Oder jemand der viel zu sagen hat und mit vielen Leuten interagieren möchte aber er wird eher ignoriert … 🙂

f) Wenige Follower, Viel Following, wenige Tweets

Schnüffler. Will wissen was andere tun aber für ihn interessiert sich keiner.

g) Wenige Follower, wenig Following, viele Tweets

Schlecht programmierter Bot oder jemand der wirklich in die Leere des Internet ungehört rein twittert

h) Wenige Follower, wenig Following, wenige Tweets

Twitter angeschaut und weggelegt. Ich denke in diesem Cluster sind die mengenmäßig meisten Twitter Acccounts zu finden.

Was haltet ihr von dem Gedankenmodell? Ich welchem Cluster / Twitter Typ findet ihr euch wieder? Was ist eine hohe / niedrige Tweets zu Follower Quote? Was ist eine hohe / niedrige Follower zu Following Quote?

  1. 22. April 2011, 15:47 | #1

    Problem bei sehr vielen Tweets eines Nutzer ist, dass er auch schnell wieder aus meiner Timeline fliegt. Ich „sehe“ dann vom Rest zu wenig und es nervt ungemein…

  2. 22. April 2011, 15:50 | #2

    Geht mir auch so. Solche Poweruser followe ich selten. Die Bedeutung in Relation zu anderen Tweets in dann irgendwie außer Proportion…

  3. Niklas
    22. April 2011, 16:05 | #3

    Sehr interessanter Artikel und ich finde deine Klassifizierungen eingeteilt und du hast auch die Begründung geliefert „warum“ das so ist. Und ich habe mich wieder gefunden, allerdings bin ich gerade „neu“ auf Twitter, deshalb ist das bei mri noch nicht so Aussagekräftig:

    Ich bin Typ E.

  4. 22. April 2011, 16:17 | #4

    Nach der Definition wäre ich so ein Mix aus Bot und Schnüffler. 😉

  5. 22. April 2011, 16:19 | #5

    @Rene: Sowas wie ein rumschnüffelnder Twitter-Bot also …

  6. Sebastian
    22. April 2011, 17:35 | #6

    Als ein Sondertwittertyp gibt es noch:
    Viele Follower – Viele Following – Mehr Following als Follower
    => Kommerzieller Twitterer, der sich versucht auf Krampf eine Followerschar aufzubauen.

    Die graphische Umsetzung würde ich vielleicht etwas anders gestalten:
    Ein Diagramm mit 2 Achsen (Follower-Following)und anstelle einer 3. Achse vielleicht Bubbles benutzen, deren Größe die Anzahl der Tweets wiedergibt. Je größer ein Bubble, desto mehr Tweets. Ich persönliche finde Diagramme mitdrei Achsen nicht so übersichtlich.

  7. 23. April 2011, 10:16 | #7

    Die Bot-Klassifizierung finde ich schwierig. Ich habe z.B. einen deutschen Twitter-Bot mit diesen Stats: 900 Tweets, 30 Following, 10.000 Follower, 400 Listen. Mein privater Account schafft es mit 3.000 Tweets und 500 Following gerade mal auf 2.000 Follower und 200 Listen (alle Werte gerundet).

    Am meisten stören mich hier die Worte “viel” oder “wenig”. Hier müsste man mal Daten zu einer repräsentativen Menge von Accounts sammeln.

  8. 23. April 2011, 12:53 | #8

    Ich fühle mich hier nicht ausreichend berücksichtigt.

  9. 23. April 2011, 13:00 | #9

    @frank: your one in a million 😉 ausnahmen bestätigen die regel …

  10. diez
    23. April 2011, 23:06 | #10

    ich denke wenn man die Zeitachse dazunimmt bekommt man vielleicht klarheit über die Bots.

  11. 24. April 2011, 08:24 | #11

    öhm –> mir ging es doch eher um di eklassifikation menschlicher als „technischer“ twitter nutzer …

  12. 26. April 2011, 11:52 | #12

    Danke fürs Erwähnen! Aber wir bei Antipreneur nutzen keine Autofollow-Tools. Für Followen haben wir Tagespraktikanten, Tweets schreibt aber der Chef.

  13. Özgür
    26. April 2011, 13:22 | #13

    Ich gehöre dann wohl zur H-Grupppe 🙂

  14. 26. April 2011, 15:55 | #14

    „One in a Million“ mag ja sein. Ich finde mich dennoch sehr repräsentativ und stelle die Zahlen des wohl relevantesten deutschen Twitter-Accounts gerne der Wissenschaft zur Verfügung:

    0 Tweets, 205.411 Following, 211.405 Follower, 1.901 Gelistet

    War mir eine Herzensangelegenheit.

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