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3 Ansätze um der Gründerszene Datenbank u.ä. zu entkommen

15. Januar 2010

Achtung. Diesmal ein potentiell leicht provokativer Blogpost. Ja, ich kenne den Beitrag von Kolja zur Neutralität von Gründerszene und ich kenne das Statement von Joel zum Thema. Auch beide Personen kenne und schätze ich. Aber glauben – und sowas ist immer subjektiv – an die „komplette Neutralität von Gründerszene“ tue ich nicht so wirklich.

(Ob und wie viele glauben dass Gründerszene und / oder Deutsche Startups neutral sind, soll hier auch nicht Thema sein. Dazu vielleicht mehr ein ander mal. Da hätte ich auch noch Gedanken zu. 😉 )

Wofür ich hier einen Hinweis bieten wollte ist die Gründerszene Datenbank. Über die Datenbank wird gesagt:

Da war das Feedback zu 99 Prozent überwältigend positiv, 1 Prozent musste sich an den Gedanken erst gewöhnen.

Da würde ich ja gerne mal frech die Vermutung äußern, dass das 1 Prozent eher die Leute sind, die wirklich in der Datenbank drin sind und die 99 Prozent diejenigen sind, die eher nicht drin sind. Ob es so ist oder nicht: Wieder mal Glaubenssache. So ist das nun mal. 😉
 

Ich persönlich finde die Transparenz manchmal zu groß. Ich habe mich viel wohler gefühlt, als alle Anteilseigner, die nur 1-2% oder noch weniger hatten, einfach als „Supporter“ zusammengefasst wurden, als einzeln genannt zu werden. Es sind meiner Meinung ja ohnehin eher die großen Investoren, die die Leute / Leser spannend finden. Das Schöne ist, dass es machmal Wege gibt sich da ein wenig vor der Transparenz zu „schützen“ und darauf würde ich gerne eingehen. Mir sind bisher drei Wege eingefallen, von denen ich jeden auch schon ausprobiert habe und keines der Engagements ist in der Gründerszene Datenbank gelandet. 🙂

 

Option 1: Sitz der Gesellschaft im Ausland

 
Ein Startup, dass in Deutschland hauptsächlich geschätflich aktiv ist, muss den Sitz nicht unbedingt in Deutschland haben. Das deutsche Handelsregister u.ä. ist recht leicht einzusehen. Im gründungsfreundlichen europäischen Ausland kann das schon WELTEN (!) schwieriger sein. Natürlich würde ich keinem Startup diesen Mehraufwand raten nur um der Datenbank zu entkommen aber manchmal muss das ohnehin gemacht werden und dann gibt es diesen „zusätzlichen Perk“ 🙂

 

Option 2: Optionen oder virtuelle Anteile statt Geschäftsanteilen

 
Statt Anteile von einem Unternehmen zu erhalten kann man auch Optionen oder virtuelle Anteile bekommen. Ob die Anteile vesten oder nicht und ob das Vesting an Bedingungen geknüpft ist oder nicht, ist dabei erst mal völlig egal. Das Ganze kommt nicht ins Handelsregister und damit Ziel erreicht.

 

Option 3: Nicht deutsche sondern „ausländische“ Startups unterstützen

 
Die Datenbank / Berichterstattung ist hauptsächlich Deutschland fokussiert. Was jenseits der Grenzen passiert interssiert nicht so sehr auch wenn es Wirkende aus Deutschland sind die über die Distanz hinweg schaffen, Dinge zu bewegen. Klar würde ich nicht die Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Startup treffen weil oder weil es nicht im Ausland ist, aber es ist ein netter positiver Nebeneffekt von nicht-deutschen Engagements.

 

Fragen an die Leserschaft:
 
Bin ich der einzige, der nicht 100% transparent sein will? Welche anderen Optionen gibt es auf die ich noch nicht gekommen bin? Welche Sachen wurden schon versucht und haben nicht geklappt?

  1. Philipp Moehring
    15. Januar 2010, 12:49 | #1

    Ich stimme überein, dass die Transparenz manachmal zu viel sein kann. Gerade wenn Startups in Ruhe (auch im stealth mode, das sei jedem selbst überlassen) arbeiten möchten, kommt so etwas manchmal dazwischen.

    Andererseits ist es ja genau die Aufgabe von GS, solche Infos zu suchen, sammeln und in Berichte zu verarbeiten. Wenigstens macht sich jemand die Mühe und berichtet auch ein wenig hinter den Kulissen.

    Zu 2. gehört sicher auch die Möglichkeit, Anteile treuhänderisch zu verwalten. Insgesamt sollten sich Startups aber sowieso überlegen, ob sie sich die Gesellschafterstruktur so verbauen. Ein ESOP oder virtuelle Anteile sind meines Erachtens besser geeignet, um Supporter und Angestellte zu motivieren. Vor allem langfristig macht es mehr Sinn, da Vesting und ähnliche Mechanismen weit einfacher und günstiger gehandhabt werden können.

  2. Frank
    15. Januar 2010, 12:57 | #2

    Hallo Andre,

    herzlich Willkommen im Zeitalter der sozialen Zwangs-Prostitution 🙂

    Also ich denke, dass es schlichtweg kaum jemanden was angeht wo du wie mit drinnen hängst. Ganz vermeiden lässt sich so eine Datenbank natürlich nicht – aber diejenigen die das wissen „müssen“ und ein berechtigtes Interesse haben, sollten sich die Daten dort herholen wo man sie (nicht so leicht – aber auch) bekommt.

    Wie gesagt: es geht kaum jemanden was an wo du so mit drinnen hängst. Sicherheitshalber habe ich die Daten aber an dein Finanzamt, dein virtuelles BND-Profil, deine Kunden, deine Ex-Freundin, Kirchen und Parteien, die GEZ und an den Zoll (=> man weiss ja nie ;)) weitergeleitet.

  3. Kolja
    15. Januar 2010, 13:03 | #3

    Gute Tipps 🙂

    Wenn man ein Startup gründet / bei einem investiert sollte man aber dazu stehen. Von daher finde ich den Punkt Auslandsgesellschaft ein wenig übertrieben.

    Die Daten von Grunderszene sind übrigens alles öffentliche Daten – auch ohne Grunderszene kann die jeder einsehen. Der Gesetzgeber hat sich sicher was dabei gedacht.

    Der Punkt Treuhand/Treugeber macht Sinn wenn du nicht wesentlich beteiligt bist. Dafür musst du deinem Treugeber vertrauen, hast dann aber keinen Papierkram und trittst auch nicht öffentlich auf.

    Das machen wir bei Team Europe übrigens bei Supportern. Diese sind Teil des als Team Europe ausgewiesenen Shares in der Datenbank.

    Sprich am besten mal mit deinem Arbeitgeber 😉

  4. 15. Januar 2010, 14:05 | #4

    Hi Andre,

    finde ich cool, dass Du die Diskussion anstößt. Ich denke, dass wir nicht ein Zuviel an Transparenz geschaffen haben, sondern ein wesentliches Mehr an Sichtbarkeit dieser bereits bestehenden Transparenz.

    Und wenn man die Frage nach einem Zuviel schon stellt, dann sollte man doch nach Nutzen und Schaden fragen. Welchen Schaden erleidet man, wenn das eigene Investmentverhalten transparent gemacht wird? Was genau ist denn an der Transparenz so schlimm? Das fehlt mir ein wenig bei Deiner Diskussionsanregung. Genauso wie bei der Thematik mit der Unabhängigkeit. Wenn es Argumente gibt, tausche ich mich gerne aus. Ansonsten Danke für Deine offenen Worte, finde ich sehr sympathisch. AGs sind übrigens noch ziemlich painful auf Gesellschafter zu researchen. Es kann ja jedes StartUp zukünftig 50k statt 25k in die Hand nehmen, um der Datenbank zu entschwinden. Ich mache dann einen Provisionsdeal mit dem deutschen Staat und freue mich ;-).

  5. Leon
    15. Januar 2010, 15:06 | #5

    Ich finde die Datenbank grob verantwortungslos und völlig inakzeptabel.

    1. Sowieso schon öffentliche Daten
    Es gibt einen immensen Unterschied zwischen „beschaffbar“ und ein Klick entfernt. Jetzt muss man nicht mehr gewisse Zugangsbeschränkungen (wenn auch relativ niedrige) überwinden, sondern jetzt ist es für jeden global ersichtlich.

    2. Vollständigkeit trifft nur die Dummen
    Es sind größtenteils nur die Startups enthalten, die so blöd waren, einen traditionellen Weg zu gehen und eine GmbH zu gründen. Fast alle anderen Konstruktionen sind nicht oder nur sehr unvollständig enthalten.

    3. Schwerwiegende Nachteile gegen US Konkurrenten
    Viele deutsche Startups haben mindestens einen Marktbegleiter. Ein solcher Wettbewerber in den USA hat sich bisher selten die Mühe gemacht, die genaueren Verhältnisse seiner Wettbewerber anzusehen. Jetzt kann es jeder einzelne Mitarbeiter, Freund, Blogger etc. Dies stellt ein deutsches Startup vor einen weiteren Wettbewerbsnachteil, weil Unternehmensanteile auch etwas aussagen über die Länge der Laufbahn, mit der man noch Investments tätigen kann. Selbst die Crunchbase oder Tracked haben nicht solch genaue Angaben, mit gutem Grund.

    4. Katastrophale Bewertungen werden offen gelegt
    So manch ein Startup hat eine so drastisch niedrige, fast schon tödliche Bewertung erhalten und für verdammt wenig Geld fast den gesamten Spielraum herausgegeben. Dies wird nun ersichtlich und bringt zahlreiche Nachteile mit sich. Die offene Verfügbarkeit ermöglicht nun jedermann, ganz anders in ein Startup hinein zu sehen. Ich kenne auch schon einen wichtigen aber unkritischen Deal, der aufgrund des Verhätnisses Investoren-Anteile vs. Gründeranteile nicht getätigt wurde. Aus reinem Misstrauen des Kooperationspartners gegenüber dem Startup.

    5. Internationale Probleme
    Fast alle deutschen Startups, die im Ausland erfolgreich sind, positionieren sich in den lokalen Märkten als möglichst lokale „Spieler“. Auch wenn das Unternehmen in Deutschland sitzt, kann eine solche Positionierung sehr gut funktionieren. Kaum ein Journalist oder Blogger hat lokal (z.B. in Spanien, der Türkei etc.) die Möglichkeit oder das Interesse, die genaueren Verhältnisse im Handesregister nachzuschauen. Jetzt aber kann dies aus den verschiedensten Gründen genutzt werden, um solche Positionierungen aufzulösen. Dies geschieht dann z.B. durch einen großen Blogger, der mit dem lokalen Wettbewerber befreundet ist und folglich die „schmutzigen“ oder politisch geprägten Gegenargumente gegen den Ausländischen (Deutschen) Dienst auspackt. Auch aus 1. Hand erlebt. Hätte er im Handelsregister nachgefragt? Nein.

    6. Vergrößerte private Angriffsfläche
    Nun kann jede Person, die sich auf Ebay falsch angeguckt fühlt, die vielleicht in der Schule Streit mit einem Gründer hatte oder vielleicht ein gehässiger Ex-Partner ist, direkt in die Unternehmensverhältnisse einsehen. Eine Handelsregister-Anfrage würde in diesem Falle keiner machen, aber in Google schauen… Dieser Punkt klingt paranoid, aber er ist valide, weil ich es bei zwei befreundeten Gründern anderer Startups erlebt habe.

    7. Introduction Belästigungen
    Jetzt kann jeder noch so unpassende Möchtegern-Gründer sehen, wer alles Business Angel Xy kennt und diese Personen noch schlimmer spammen als zuvor. Wer bezahlt mir die Zeit, die ich verliere, um diesen Personen abzusagen?

    8. Privatsphäre der Investoren
    Investoren haben auch einen gewissen Wunsch nach Privatsphäre. Ich bin z.B. selbst an zwei Startups beteiligt, die aber recht konfuse Unternehmensstrukturen haben, weshalb ich nicht selbst in dieser Datenbank vertreten bin. Dennoch möchte ich einfach nicht, dass dies bekannt wird. Nicht weil ich mich dafür schäme, oder es mir unangenehm ist. Es geht mir eher um einen gewissen Rahmen an Privatsphäre, der mir überlassen werden soll. Immerhin soll nicht mein Date von gestern sehen können, dass ich „Investor“ oder mit Großinvestor XY verbandelt bin, andererseits soll auch nicht ein zukünftiger Arbeitgeber etc. diese Informationen abrufen können.

    9. b2b Vertrauens-Probleme
    Mehrere Investoren genießen auch einen teilweise schlechten Ruf, der in Kooperationsgesprächen und einfachen Sales-Gesprächen zum Nachteil ausgelegt wird. Auch im generellen Sales bekomme ich positives, aber auch oft negatives Feedback, wenn man erfährt, dass „Internet-Investoren“ investiert sind. Vor allem in Verlägen, Pharma-Konzernen, großen Traditionsunternehmen und vor allem im „Mittleren Management“ sind diese negativen Einstellungen oft zu vernehmen. Würden diese Menschen vor einem Sales Meeting einen Handesregister Abzug anfordern? Nein. Aber Googlen? Ja.

    Kleiner Background zu mir: Ich liebe Transparenz, ich nutze das Internet seit seinen Anfängen auf zahlreiche Arten und Weisen. Ich gehöre auch nicht zu den Privatsphäre-Fanatikern, die sich über jeden Daten-Pups beschweren und ich bin auch völlig konform damit, dass man mich in Google tausendfach findet. Es gibt aber ganz einfach eine Grenze, und die ist überschritten, wenn mein Herzblut und meine harte Arbeit von ein paar Business-Hippies Schaden nimmt.

    Und da stellt sich für mich die zentrale Frage:

    Wer entschädigt mich für diesen Schaden?

    Bonusfrage: Wer entschädigt mich in 10 Jahren, wenn der eigentliche Schaden von übertriebener Selbstdarstellung im Internet geschehen ist und ich diese Informationen gar nicht gepostet habe?

  6. Karsten
    15. Januar 2010, 16:26 | #6

    Was würde die Mehrheit sagen, wenn das Handelsregister seine umfangreichen Daten noch besser aufbereitet darstellt? Im Grunde erfahre ich doch jetzt schon online alles. Auch ohne Gründerszene.

    Ich habe mich über die Gründerdatenbank gefreut.

    1. Es gibt eine recht kompakte Darstellung der Gründerszene und ihrer Supporter / Investoren. Hier wird ersichtlich das sich in Deutschland viel bewegt. > Ich bezeichne das als Standortförderung.

    2. Gründer erhalten so Einblick in Strukturen die sie sonst per Trial and Error ausloten würden. > Also gut zu wissen.

    3. Investoren fallen auch mal unangenehm auf, wenn sie schon bei der ersten Finanzierungsrunde 51% übernehmen. ( Die Zahl war jetzt ein Beispiel, ich beziehe sie nicht auf bestimmte Investoren )

    4. Interessant sind auch Querverbindungen von Investoren. Als Gründer möchte ich ein optimales Netzwerk, dieses kann darüber ebenfalls dargestellt werden.

    Als Fazit steht da für mich ein JA zur Gründerszene-Datenbank. Die hier aufgezählten Nachteile bestanden auch schon vor der Veröffentlichung der Datenbank. Vergleichbarkeit/Transparenz fördert Wettbewerb. Wer davor Angst hat, der sollte sich lieber anstellen lassen. Am Besten bei der Kommunalen Wasserwirtschaft. 😉

  7. 15. Januar 2010, 16:35 | #7

    Karsten: Du bist in meinen Augen einer der Fälle die ich oben angesprochen habe: Selbst nicht in der Datenbank und daher selbst kein Betroffener …

    Leon: Danke für das ausführliche Kommentar!

  8. 15. Januar 2010, 16:37 | #8

    Lieber Leon, liebe Mitdenker und Interessierten,

    cool, dass Du Dir die Mühe machst, so umfangreich zu dem Thema Stellung zu nehmen. Deine Gedanken sind auch gut durchdacht und stellen klare Argumente dar, was ich ebenfalls gut finde. Ich habe unten notiert, was mir dazu eingefallen ist und mein Fazit muss lauten, dass nur die Mauscheler und jene die was zu verbergen haben von Intransparenz profitieren würden. Gewinnen tun durch Transparenz hingegen die Uninformierten, auf deren Kosten sich andere sonst bereichern würden. Ich stimme Karstens Ausführungen zu 100% zu und halte es für den Ausnahmefall sonst mit den Worten des US-Philosophen David Weinberger: „Ein Zeitalter der Transparenz muss ein Zeitalter des Vergebens sein.“

    LG

    Joel

    Punkt 1-3: Einfacher(er) Zugang

    Leon, wann immer Du geschäftlich aktiv wirst, ist es mit der Privatssphäre vorbei. Wenn Du nicht möchtest, dass Leute sehen können, wo Du investiert bist, machst Du halt was treuhänderisches. Zugangsbarrieren zu Informationen sinken stetig, das erste Telefonbuch wurde bestimmt auch nicht warm empfangen. Hast Du deswegen eintausend Klingelstreiche gehabt? Wohl kaum. Kernargument muss aber sein, dass geschäftliche Informationen ein öffentliches Interesse bedienen. Und beim Amtsgericht brauchst Du auch nur durch die Tür zu gehen und den GmbH-Namen sagen, schon weißt Du Bescheid. Oder Du gehörst zu den Glücklichen, die einen Onlinezugang haben, dann sind es ca. sieben Klicks. Von unserer Vereinfachung profitieren also die Unwissenden.

    Punkt 4: Katastrophale Bewertungen werden offen gelegt

    Mal ganz abgesehen von der Tatsache, dass bei uns noch sehr, sehr wenige StartUps mit einer Bewertung versehen sind (meist steht dort unbekannt) können wir die Bewertung nur ermitteln, wenn uns die Größe der letzten Runde mitgeteilt wird. Wenn dort also eine niedrige Bewertung steht, ist es das StartUp selbst gewesen, das diese Information zur Verfügung stellt.

    Punkt 6: Vergrößerte private Angriffsfläche

    Und was hat Dein verärgerter eBay-Käufer davon, dass er weiß, mit wem Du investiert bist? Gar nichts. Viele sind eher dankbar, dass diese Hilflosigkeit, nicht zu wissen, was sich eigentlich hinter dem StartUp einem gegenüber verbirgt, dankbar.

    Punkt 7 & 8: Belästigungen

    Wer nicht angeschrieben werden möchte sollte sich nicht in sozialen Netzwerken tummeln. Oder es gibt ja immer die Möglichkeit, Nachrichten zu löschen oder gar nicht erst zuzulassen. Wir verbinden Informationsstränge zu einem konstisten Geflecht, die Enden dieses Geflechts hat aber jeder selbst in Händen.

    Punkt 9: b2b Vertrauens-Probleme

    Ist das Dein ernst? Wenn ich einen kontroversen Investor bei mir investiert habe, basiert das auf einer rational getroffenen Entscheidung, zu der man auch stehen sollte. Und Partner, die abspringen, weil sie einen Namen lesen ohne sich Inhalte anzuschauen, sind ohnehin keine attraktiven Partner. Genauso wenig wie StartUps, die Investoren wählen, die sie dann verschweigen.

  9. Leon
    15. Januar 2010, 17:08 | #9

    @Karsten und @Joel:

    Falsch geschätzt. Mein Unternehmen ist sehr wohl in der Datenbank und ich habe die meisten Probleme selbst, persönlich,am eigenen Körper und mit eigenen Sinnen erlebt.

    Zu 1-3.:
    Dieser Zugang ist immer noch etwas ganz anderes als einige Klicks in Google, ohne Anmeldung etc. Vor allem im Ausland ist es nicht verbreitet, sich einen Online-Zugang zum Handelsregister zu besorgen.

    Zu 4.:
    Auch hier hast Du am Problem vorbei geschrieben: Ein Startup, dass mit ein paar Business Angels, die alle nicht viel investieren (das weiß man meistens), bereits über 40% abgegeben hat, hatte eine katastrophale Bewertung. Damit meine ich nicht, ob Ihr die Bewertung ausgerechnet oder mitgeteilt bekommen habt. Man kann sich die Bewertung denken und mit Eurer Entfernung von sinnvollen Minimal-Hürden steht es auch unserem chinesischen Copy-Cat in einem völlig überfinanzierten chinesischen Markt offen zum Nachlesen. Dabei ist unsere Bewertung gar nicht so schlecht, es geht eher um das Prinzip.

    6.
    Ich war selbst vor vielen Jahren als Unternehmensberater tätig und an einem Projekt beteiligt, bei dem es um die „Optimierung“ einer Abteilung ging. Auf Deutsch gesagt: Die auf dem Leistungsspektrum im unteren Drittel angesiedelten 33% der Belegschaft sollten ermittelt werden und gehen.

    Keine schöne Aufgabe und auch nicht unbedingt sinnvoll, aber so war es nun einmal. Ich war wie gesagt daran beteiligt, und mehrere Mitarbeiter haben Kunden, Geschäftspartner und vor allem unseren Bankberater ausfinding gemacht und auf verschiedene Weisen terrorisiert. Meine damalige Freundin hat Drohanrufe erhalten und ihr Wagen wurde zerkratzt. Einer unserer Kunden hat uns gekündigt, weil wir „eigenartige Kreise“ anziehen. Auch hier ist jegliche in Google herumliegende Information Angriffsfläche. Und für die seid ihr alleine verantwortlich. Ich erwarte keine weiteren solchen Angriffe. Trotzdem muss man es nicht noch einfacher machen.

    7. / 8.
    Ach bitte. Es geht mir nicht um die zahlreichen Social Networking Profile, da bin ich gerne und es macht Sinn. Ich habe übrigens weitaus mehr Kontakte als Du in einem dieser Networks, und mich stört der allgemeine Noise in Social Networks kein bisschen. Deine Argumentation passt also nicht.

    Mir geht es um die wöchentlich 2-6 Anrufer, die mich belästigen wegen Kontaktvermittlungen. Direkt auf einer Firmen Nummer, auf meinem Privathandy etc. In der Weihnachtswoche waren es alleine 4. Was hat das mit Social Networks zu tun? Ich frage mittlerweile, woher die Anrufer diese Beziehung kennen. Der Anrufer gestern gab die Gründerszene-Datenbank an. Er war auch nicht der Einzige, der gestern angerufen hat. Er war auch nicht der Einzige, der wegen euch gestern hier angerufen hat. Auch hier seid ihr dafür verantwortlich, weil es sonst nicht dazu gekommen wäre. Bezahlt ihr mir die insgesamt 30 Minuten von gestern alleine, die ich verschwendet habe? Mein letzter Beratersatz lag bei 1.800€ pro Tag, wobei dies den Kunden gegenüber abgerechnet wurde, also wäre meine Mannstunde eigentlich günstiger.

    9.
    Der Ruf ist nicht immer zurecht schlecht. Und was für eine Meinung sich sehr konservative Entscheider über ein solches Business bilden auch etwas Anderes.

    Genau diese Diskussionsthematik hatte ich selbst mit einem der größten News / Email Portale in einem der Top 5 europäischen Länder. Ich saß an dem Tisch und musste mir eigenartige Fragen anhören, wieso diese Investoren bei uns investiert sind, weil sie für Quickflips bekannt sind. Das hat überhaupt nichts mit verschweigen zu tun, sondern mit entweder Unwissenden Gesprächspartnern oder einer anderen Kultur, wo Business Angel Investments quasi kaum stattfinden und als unseriös angesehen werden. Ich möchte hier nicht weitere Details nennen, weil mir das zu tief in unser Geschäft hineingeht. Ich kann die andere Seite verstehen, wenn man deren Hintergrund und Entwicklung besser kennt. Für dieses Unternehmen war die Vorstellung, Unternehmensanteile herauszugeben eher unüblich, zumindest außerhalb der Börse. Fakt ist dabei, dass auch hier ein Nachteil für uns entstanden ist, den ihr zu verantworten habt.

    Ich habe dieses Misstrauen auch bei einem sehr traditionellen Hersteller eines Luxusgutes für Sammler erlebt, die unsere Lösung prinzipiell haben wollten, aber durch Exit-Berichterstattung unheimliche Angst hatten, dass wir plötzlich einem Wettbewerber gehören. Auch hier hatte einer der Mitarbeiter des Gesprächspartners uns in der Gründerszene Datenbank gefunden und „sehr viele Investoren gefunden, die Sie ja bestimmt zum Verkauf zwingen werden“. Auch wenn unsere Investoren keine Mitbestimmungsrechte haben, war die Angst sehr deutlich zu hören, dass wir fremdbestimmt werden. Hier wird kein Unwissender geschützt, sondern es wird unsere informationelle Selbstbestimmung eingeschränkt. Danke, Joel!

    Somit ist Dein Beitrag, lieber Joel, völlig am Problem vorbei. Ich habe mir aber auch kein Verständnis von deiner Seite aus erwartet, weil du kaum über Berufserfahrung verfügst. Du kannst es nicht besser wissen. Was mich aber von meinem (nicht täglichen, aber immerhin vorhandenen) Stress durch euch nicht erlöst.

    Wieviele Unternehmen aus der Datenbank haben sich denn schon beschwert? Dazu gibt es bestimmt keine direkte und saubere Antwort.

  10. Sierra
    15. Januar 2010, 17:57 | #10

    Hallo andre

    danke für den Artikel. Witzig, dass das Thema bei mir u Freunden auch präsenter wird. Ich selbst steh als Gründer auch in der DB. Und ja: Kooperationen u Sales-Pitches sind aufgrund der -vorher irrelevanten- investorenfrage gekippt u geplatzt.

    Vorschlag @Joel: streichst du jede Firma inkl. Beteiligungsschema aus der DB, wenn dich Firma und/oder Gründer bitten? Alle wissen wie sie an die Infos kommen, wenn sie wollen. That’s it. Von mir aus schreib auch hin, dass die Firma / der Gründer der Veröffentlichung widersprochen hat. (-;
    wäre doch mal eine gesprächsbasis.

  11. 15. Januar 2010, 18:15 | #11

    Lieber Leon,

    wenn Dir Schaden durch unsere Datenbank entsteht, ist das natürlich ein unerwünschter Nebeneffekt, der mir für Dich Leid tut. Ich bin der Meinung, dass wir lediglich Daten aggregieren, die bereits überall verfügbar sind. Und als erfahrener Unternehmer wirst Du ja auch wissen, wie man nervige Anrufer abwimmelt. Ich für meinen Teil habe alles zu dem Thema gesagt und möchte nun anderen Raum zum diskutieren lassen. Zeit ist ja bekanntlich auch Geld.

    Gruß

    Joel

  12. Joel
    15. Januar 2010, 20:29 | #12

    @Sierra Eine kurze Antwort: Nein. Du gehst doch auch nicht zum Brockhaus (nur ein Bsp.) und fragst sie, ob sie diesen oder jenen Begriff rausnehmen, weil es jmd. stört. Wo ist denn der Wert einer DB, aus der man sich austragen lassen kann? Die Idee ist, das Transparenz herrscht und die Internetszene ist da wohl noch echt jungfräulich was den Informationsfluss angeht. Das sehe ich als eine unserer Missionen.

    Wenn ihr Pitches verliert, tut mir das für euch leid, aber die verliert ihr wegen eurer Investorenwahl, nicht wegen der DB. Wir stellen nur eine Informationsgleichheit für alle her.

    Wochenendliche Grüße

    Joel

    Wochenendliche Grüße

    Joel

  13. Lionel
    15. Januar 2010, 22:58 | #13

    Wenn wir mal von der Prämisse ausgehen, dass Gründerszene Journalismus betreibt, hat die Datenbank auf jeden Fall ihre Berechtigung, denn Journalismus deckt auf, bohrt tief und sticht in Wunden herum. War für uns nicht zuletzt auch der Grund, warum wir nicht zu den 1% gehören (aber auch nicht zu den 99%).
    Was aber nervt, ist die Arroganz, mit der versucht wird, Argumente abzufiedeln, die offensichtlich auf persönlichen Erfahrungen beruhen. Wenn Geschäfte wegen der Datenbank platzen, heißt es nur „selbst Schuld, wenn Du Dir solche Investoren aussuchst“. Und alle anderen Erfahrungen werden auch einfach weggelabert. Geschäfte platzen aber nicht nur wenn man die Samwers drin hat sondern auch wenn es TEV oder ganz andere sind. Es ist sich eben nicht jeder grün in der Branche und somit verliert man Pitches oder Deals weil man gerade den falschen Investor hat, obwohl das praktisch gar keine Bewandnis hätte. Und „ca. 7 Klicks“ hin oder her: es schaut kaum jemans ins Handelsregister. Punkt.
    Das alles beruht übrigens auch auf Erfahrungen.

  14. Leon
    16. Januar 2010, 07:31 | #14

    @joel: Nicht gerade die passende Antwort. Keine Antworten auf meine Fragen, keine Gegenargumente. Nur ein abfälliges beiseite schieben.

    Was mich aber dabei am meisten nervt, sind diese Robin Hood Argumente:

    „Von unserer Vereinfachung profitieren also die Unwissenden.“
    und
    „Viele sind eher dankbar, dass diese Hilflosigkeit, nicht zu wissen, was sich eigentlich hinter dem StartUp einem gegenüber verbirgt, dankbar.“

    Sitz ersteinmal an einem Schreibtisch im 34. Stock einer europäischen Metropole außerhalb von Deutschland und verhandele mit einem Vertreter von 30 Mio. PIs pro Tag über eine Traffic-Kooperation, die ca. 500.000€ pro Jahr im minimum case Szenario hereinbringt.

    Wenn Du das dann überhaupt mal tun solltest, dann erzähl mir bitte etwas von „Robin Hood“ Argumenten, wenn die unsere Unternehmensanteile und -verhältnisse nutzen, um uns in der Verhandlung schlechter dastehen zu lassen. Informationen, die sie sich sonst nicht besorgt hätten, wenn es nicht in Google herumliegen würde. Vielleicht magst Du ja dann die Verhandlung für uns führen? Wenn ich drüber nachdenke, besser nicht.

    Ich kenne derzeit weltweit kein einziges Land mit einer halbwegs lebendigen Startup-Szene, in der diese Informationen angeboten werden. Dies geschieht weder in den USA, noch UK, AT, CH, FR, ES, IT, SE, PL, RU, TR oder CN. In den meisten dieser Länder haben wir übrigens einen lokalen Ansprechpartner, der sich bestens vor Ort mit der Szene auskennt.

    Hat Joel vielleicht mal darüber nachgedacht, wieso es diese Informationen in dieser Form in keiner dieser Länder gibt? Sollte das einen nicht prinzipiell nachdenklich stimmen, wenn es nirgendswo existiert?

    @Sierra: Vergiss das Austragen. Dagegen kommt immer das Argument, dass die Datenbank dann nichts wert ist. Das Beste daran ist aber, dass die Datenbank ohnehin wenig Wert ist, weil unter 50% der darin enthaltenen Unternehmen überhaupt mit Anteilen und Verhältnissen aufgelistet sind. Somit hat die Datenbank bereits wenig Sinn. Aber das möchte sich der liebe Joel ja nicht sagen lassen.

    @Joel 2: Dagegen ist das Argument völlig unsinnig. Im Brockhaus landen nämlich nur Informationen, die eine langfristigere Auswirkung haben oder generell besonders relevant sind. Da würden solche Informationen, um die es jetzt gerade geht, gar nicht erst hereinkommen. Abgesehen davon gibt es auch zahlreiche Sachen, die nicht veröffentlicht werden sollten. Das hat nämlich etwas mit Ethik und Respekt zu tun. Da fallen mir z.B. die Fälle ein: Barbara Streisand und Ihre private Ferienvilla (unter Barbara Streisand Effekt), der bürgerliche Name eines bekannten deutschen Hackers, dessen Eltern nicht in der Wikipedia sehen wollten und die auch in DE recht bekommen haben.

    Aber da kommt das nächste Problem auf: die Möchte-Gern Ethik von selbsternannten Journalisten, die aber am Ende des Tages doch nur Blogger sind, die keinerlei Anstand haben.

    Aber eine gute Sache ist hier geschehen: Der liebe Joel hat bisher noch kein einziges Mal zugeben wollen, dass seine „Datenbank“ jemanden schadet. Dann kam er auf hohem Ross und sagte, es trifft ja nur die „Schuldigen“ oder die „Schmutzigen“. Jetzt hat er zumindest auch öffentlich bestätigt, dass ihm jetzt bewusst ist, dass er anderen schadet. Das ist schonmal was, weil damit klar wird, dass Joel damit völlig konform ist, anderen Unternehmern (ohne Schmutz oder Schuld) zu schaden. Und damit diskreditiert er die Gruenderszene.

  15. 16. Januar 2010, 10:35 | #15

    Ich bin insgesammt echt begeistert davon, auf wie viel Feedback das Thema stößt. Es lag mir schon lange auf dem Herzen und ich fragte mich, ob ich es überhaupt bringen soll oder ob ich mit der Einschätzung alleine bin. Ganz interessantes Learning aus dem Ganzen heraus für Joel & sein Team könnte sein, dass die Datenbank auch eine deutliche Kehrseite hat. Da sollte man sich der langfristigen Wirkung des eigenen Handelns bewußt sein. Man sieht sich sehr oft im Leben in so einer überschaubaren Branche und wirft sich am Ende selbst Steine in den Weg.

  16. Leon
    16. Januar 2010, 13:36 | #16

    Hallo Andre,

    Dein Beitrag war sehr gut und es war höchste Zeit, dass jemand vorsichtig und offen das Thema anschneidet, um zu schauen, welche Meinungen dazu existieren. Danke Dir für die offene und angenehm neutrale Öffnung des Themas.

    Ich finde es ebenfalls gut, dass Du irgendwann die Moderation der Kommentare für zumindest diesen Zeitraum ausgeschaltet hast, da dies den Diskussionsfluss durchaus hätte hemmen können.

  17. Stefan
    18. Januar 2010, 11:37 | #17

    Wettbewerb und Transparenz – das ungeliebt Geschwisterpaar.

    Es ist eine sehr deutsche Diskussion, die hier geführt wird. Unterhaltsam in der Lektüre, insbesondere der leicht heuchlerische Unterton.

    Üblicherweise wird die Aggregation und damit die vereinfachte Zugänglichkeit von Information als wesentliche Errungenschaft gewertet und als geniales Geschäftsmodell gepriesen – wer wollte nicht das nächste Google bauen? Lästig nur, wenn es „unerwünschte“ Nebeneffekte gibt.

    M.E. ist die Datenbank der Gründerszene – und ja, meine Start-up steht da auch drin – eine sehr positive Sache, denn sie erspart im Vorfeld eines Investments Arbeit: Ist der potentielle Investor vielleicht schon bei einem Wettbewerber investiert? Gibt es Potential für Synergien mit anderen Beteiligungen des Investors? All dies hilft, die Ernsthaftigkeit und Seriosität eines Investors einzuschätzen, denn nur eine Minderheit listet das Investment-Portfolio auf der Website auf. Meiner Erfahrung nach gehen die Smartness eines Investments und Transparenz Hand in Hand. Und wer will schon dummes Geld?

    Hinzu kommt: Transparenz ist generell politisch wie gesellschaftlich gewünscht – die Stichworte lauten in diesem Zusammenhang u.a.: Politik, Steuern, Geldwäsche, Bekämpfung von Korruption, (org.) Kriminalität und Terrorismus.

    Man werfe z.B. einmal einen Blick auf die DB des Companies House in UK und vergleiche diese mit dem Bundesanzeiger – große Unterschiede gibt es da nicht. Weswegen es mir auch schwerfällt nachzuvollziehen, wie die Gründerszene-DB eine Nachteil für deutsche Start-ups darstellen könnte.

    Fazit:

    Die Zeit der Inhaberaktien, Stiftungen in Liechtenstein und OTC-Couponschneidergeschäfte nähert sich dem Ende. Wem’s nicht pläsiert, der suche sich doch eine alternative Betätigung.

  18. Leon
    18. Januar 2010, 12:31 | #18

    Hallo Stefan,

    was die Recherche nach Investoren angeht ist es einfacher, wobei man diese Infos in einem Investoren-Gespräch auch abfragt. Seid Ihr denn im Ausland unterwegs? Stört es Dich nicht, dass Deine Wettbewerber jetzt nebenbei auch ganz genau gucken können?

  19. Thomas Bachem
    18. Januar 2010, 13:13 | #19

    Hey Jungs,

    spannende Diskussion, habe mich schon gewundert warum es bisher so still um die Datenbank war.

    Ich befürworte die neue Transparenz, bzw. stehe dem ganzen neutral gegenüber. Mir war ohnehin immer klar dass sowas früher oder später kommen wird und dass jeder sowas nachschlagen kann.

    Die Datenbank an sich ist meiner Meinung nach eine echte Bereicherung für die deutsche Startup-Szene.

    Gruß,
    Tom

  20. Robert C. Mendez
    18. Januar 2010, 13:28 | #20

    Ich schließe mich Thomas Meinung an. Besonders für Startups ohne Kapital ist es doch wichtig möglichst viel Kritik einsammeln zu können und netzwerken zu können. Eine solche Datenbank könnte massiv dabei helfen!

    Auch würde die Datenbank evtl. so manchem Investor den Weg verkürzen.

    Was nutzt die beste Idee ohne diese Voranbringen zu können? Nix!

  21. Max
    18. Januar 2010, 20:04 | #21

    Interessante Diskussion. Wenn wir den Wunsch nach Transparenz einmal weiter führen könnte das Arbeitsamt aber ruhig auch eine Arbeitnehmerdatenbank online zur Verfügung stellen, denn ein guter Angestellter hat ja nichts zu verstecken… Praktisch wären natürlich die Geldanlagen(um so besser lässt’s sich beim Gehalt argumentieren), Gesundheitsakte, lückenloser Lebenslauf usw.

    Warum soll immer nur der Unternehmer transparent sein? Viele(Angestellte, Freunde, Familie usw.) bekommen das auch schnell in den falschen Hals, wenn sie so schnell sehen, dass man zusätzlich an 5 Unternehmen beteiligt ist neben dem Eigenen. Ich habe nichts gegen Transparenz, aber dafür gibt es ja u.a. das Handelsregister. Ich denke wer es möchte bzw. beruflich benötigt findet sich schnell mit Handelsregister und co zurecht. Alles darüber hinaus verstärkt aus meiner Sicht eher Neiddebatten und unternehmerisches Big Brotherverhalten…

    @Stefan Ich denke da nähert sich nichts dem Ende, denn wie Andre ja schon schreibt gibt es andere Wege und Mittel sich kreativ zu betätigen. Mir fallen spontan noch mind. 3 weitere Möglichkeiten ein, die nach wie vor funktionieren würden.

  22. CIA-Spion
    19. Januar 2010, 17:45 | #22

    Vielen Dank für die ausführliche Zusammenstellung an Daten. Jetzt kann ich Andre endlich vollständig ausspionieren. Das wollte ich ja immer schon mal machen.

  23. Transparenz, nee ist klar
    20. Januar 2010, 13:29 | #23

    Vielleicht hilft es die gesamte Diskussion auch mal von einer anderen Seite zu betrachten und hier die Frage in den Raum zu stellen:

    Könnte sich die Vertical Media GmbH, vertreten durch Kolja Hebenstreit und nach §6 MDStV für den Inhalt verantwortlich zeichnende Joel Kaczmarek strafbar gemacht haben, weil scheinbar kostenpflichtig aus der Handelsregister.de Datenbank (Servicestelle des gemeinsamen Registerportals der Länder beim Amtsgericht Hagen, vertreten durch den Diensteanbieter im Sinne des TMG, das Justizministerium Nordrhein-Westfalen) erworbene Datensätze elektronisch verarbeitet und einer breiten Öffentlichkeit im Internet über gruenderszene.de zur Verfügung gestellt werden?

    Zu prüfen wären eventuell Urheber- und Kennzeichenrecht und das Vorliegen von Genehmigungen bzw. Verwertungsrechte.

    Wortlaut aus den Rechtlichen Informationen des Diensteangebots „Handelsregister“:

    Urheber- und Kennzeichenrecht (vgl. https://www.handelsregister.de/rp_web/legal-info.do)

    Falls nicht anders angegeben, unterliegen alle Seiten auf diesem Informationsserver dem Urheberrecht (Copyright). Dies gilt insbesondere für Texte, Bilder und Grafiken einschließlich deren Anordnung auf den Web-Seiten. Eine Vervielfältigung oder Verwendung solcher Seiten (oder Teilen davon) in anderen elektronischen oder gedruckten Publikationen und deren Veröffentlichung (auch im Internet) ist nur nach vorheriger Genehmigung gestattet.

    Eine Veröffentlichung oder Weiterverwendung der über diese Seiten publizierten Daten unter der Bezeichnung „Handelsregister“ ist unzulässig (§ 8 Absatz 2 Handelsgesetzbuch). Weiterhin können Bilder, Grafiken, Text- oder sonstige Dateien ganz oder teilweise dem Urheberrecht Dritter unterliegen.

    Alle innerhalb des Internetangebotes genannten und ggf. durch Dritte geschützten Marken- und Warenzeichen unterliegen uneingeschränkt den Bestimmungen des jeweils gültigen Kennzeichenrechts und den Besitzrechten der jeweiligen eingetragenen Eigentümer. Allein aufgrund der bloßen Nennung in diesem Internetangebot ist nicht der Schluss zu ziehen, dass Markenzeichen nicht durch Rechte Dritter geschützt sind.

    Anmerkung:
    Vielleicht gibt es unter den Lesern hier ein echtes Interesse die Fragestellung juristisch zu prüfen. Was denkt ihr: Könnte die Fragestellung den Diensteanbieter selbst interessieren?

    Ein Urteil des OLG Hamm http://www.dnoti.de/DOC/2008/15va13_07.pdf streift paar Punkte und Grundlagen, die zwar nicht original den Sachverhalt treffen, aber zum Thema Argumentationshilfen liefern könnten.

    Bemerkung:
    Habe in der Sache kein Interesse fortzufahren.

    By the way: Die bisherigen Postings fand ich teilweise cooles Guerilla Marketing. Es entsteht ja tatsächlich der Eindruck, dass Gruenderszene auch im Ausland gelesen wird, insbesondere eine neue Datenbank, die möglicherweise bei anderen Quellen inhaltlich abgekupfert wurde und dazu wahrscheinlich keinen (juristisch einwandfreien?) Mehrwert, bzw. Transparenz liefert.

    Wie verzwickt das Interesse an Transparenz und eigener Transparenz eines Inkubator/VCs ist, der am Ende doch die Rechnung für die Nutzung der Handelsregister.de zahlt, ist dabei auch noch nicht geklärt.

    Wer ist Rotkäppchen und wo ist der Wolf? Erzählt uns keine Märchen!

  24. Klaus-Martin
    20. Januar 2010, 21:36 | #24

    Das Hauptproblem, dass ich in diesen Datenbanken und dem Widerkäuen selbiger sehe, ist, dass hier Nicht-Content zu Content gemacht wird. In der Regel ist es weder interessant noch wichtig, welches Ex-Student in welches Start-up investiert hat. Oft stecken hinter den Prozenten ja auch nur ein paar tausend Euro. Viel spannender ist doch, was aus dem Geld gemacht wird, als diese Bunte-technische spannen nach den Investoren.

  25. Joachim
    20. Januar 2010, 21:36 | #25

    Das Handelsregister ist öffentlich und vom Gesetzgeber ganz bewusst für jedermann zugänglich gemacht. Wenn ich mit Geschäftspartnern Verträge abschließe, die über das Bestellen von Zeitschriftenabos hinausgehen, ziehe ich mir vorher einen Handelsregisterauszug, je nach Umfang der Zusammenarbeit auch Crefo-Daten, um einen Überblick über Gesellschafts-, Umsatz- und ggf. Liquiditätsverhältnisse zu bekommen. Das gehört sicher in den meisten Unternehmen zum täglich Brot. Wie will man sonst verantwortlich wirtschaften?

    Dafür ist das Handelsregister da. Das ist der Sinn und Zweck. Ich kann die Kritik an jahrzehntelang praktizierter Transparenz nicht verstehen, nur weil sich Investoren (!) in ihrer Privatsphäre (!) gestört fühlen. Wer nicht möchte, dass jedermann erfährt, dass man selbst geschäftlich aktiv ist, der sollte vielleicht einfach einen Geheimbund gründen.

    Urheberrechtlich geschützt ist das Handelsregister übrigens nicht. Die Informationen sind öffentlich, werden vom Staat zur Verfügung gestellt. Es mag sein, dass Dienstleister sich für die Aufbereitung und Zurverfügungstellung der Informationen bezahlen lassen, aber dadurch erwerben sie ja noch keine Urheberrechte an den verarbeitenden Daten. Google hat auch nicht plötzlich die Rechte an Burdas Texten, nur weil sie sie anteasern und bei Google News anzeigen.

  26. 27. Januar 2010, 14:15 | #26

    Ganz ehrlich, ich glaube das ganze hat auch viel mir der deutschen Mentalität zu tun, dass Neid die höchste Form der Anerkennung in vielen Fällen ist und derjenige, der fällt, noch zusätzlich mit Füßen getreten wird. Diejenigen, die in der GZ DB auf der Sonnenseite stehen, möchten natürlich nicht, dass Freunde, Nachbarn und teilweise auch Geschäftspartner sehr schnell das Vermögen des gegenübers abschätzen können, genauso wenif wie man will, dass die eigenen Aktienpakete von Bank Managern öffentlich gemacht werden oder eben die Erbschaft der Eltern.

    Aber genau hie liegt eben die Grenze, das eine ist geschäftlich, das andere ist privat und wo ich mich im geschäftlichen Raum bewege, muss mir auch klar sein, das andere mein Handeln nachvollziehen können müssen.

    Wenn ein solches Thema nun bei Kooperationsverhandlungen über 30 mio PI oder über 300.000€ auf den Tisch kommt, zeigt das auch, dass sich der Gegenüber sehr genau über das Unternehmen informiert hat – sollte man nicht ins HR gucken, zeigt das schon von Fahrlässigkeit in meinen Augen.

    Die Gründerszene Datenbank ist für mich sehr sinnvoll und hilfreich vor allem auch, um die Investoren von fremden Start_ups ausfindig zu machen!

  27. Torben
    5. Februar 2010, 20:54 | #27

    Ich bin normalerweise der allerletzte, der gegen soziale Netze oder andere „Datenkraken“ wettert. Solange man selbst noch darauf Einfluss nehmen kann, welche Fotos mit Bierglas in der Hand im Netz auftauchen ist alles supi.

    In dem Moment aber, wo jemand anders meine Daten einfach ungefragt veröffentlicht und derjenige dann auch noch einfach ignorant unterwegs ist, wenn in freundlichem Ton darum bitte, die über mich erfassten Daten doch bitte zu entfernen, hört der Spaß bei mir auf.

    Und die Jungs der Gründerszene setzen ja noch nicht einmal einen Link ohne „nofollow“. Ich habe also absolut nichts von diesem „Profil“.

    Wie ich schon Joel per Email geschrieben habe: das ist einfach nur selbstgefällig und kein ehrliches Business.

    Wer eine Rechtschutzversicherung hat und den Laden verklagt, der darf mich gerne um einen Kasten Bier fragen.

    Gruß,
    Torben

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