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Fehlkalkulationen bei manchen Domainern

7. September 2010

Hi habe die Tage im Domainvermarkter Magazin geblättert um meinen Horizont zu erweitern. Ich finde das Thema Domaining spannend und finde auch die vielzahl der extrem unterschiedlichen Charaktere die sich in dem Biz tummeln sehr unterhaltsam. Sind auch verdammt nette dabei. (Hat-Tip zu TI 😉 )

Ein Artikel im Magazin war leider dermaßen von falschen Annahmen aufgrund von mangelndem Verständnis geprägt, dass ich mir dachte ich schreibe mal was dagegen dazu. Dazu muss man wissen, dass das Grundziel von Domainern ist ihre Domains möglichst teuer verkauft zu bekommen. *Dough*! 😉 Im konkreten Fall geht es um eine Domain, die für 35K verkauft werden soll.

Der Kollege „Domainberater & Broker“ fängt damit an, dass er das Google Keyword Tool nutzt und daraus raus ließt „50.000 Suchen pro Monat und 10 Euro CPC“. Und der nimmt das so für richtig und wahr und basiert darauf seine Berechnungen.

Zu den 50.000 Suchanfragen

  • Wer mal auf Platz 1 stand, zu einem sprotlichen Keyword, und das gilt für die meißten Domainer leider nicht ;-), der weiß wie weit das Google Tool abweicht von der Schätzung.
  • Außerdem bringen SEM Anzeigen einen immensen unterschied. Wenn es SEM Anzeigen direkt über den SEO Einträgen gibt, dann ist Anzahl der maximal über SEO erhältlichen Besucher massiv geringer. Mit 30% des Traffics hinter einem Keyword auf Platz 1 zu rechnen ist dann recht töricht.
  • Extrem viele Anfragen, die die Zahl beim Google Keywords Tool hochtreiben, aber nicht über SEO „erwischbar“ sind, sind sogar von Domainern hausgemacht: Das gute Parking! Extrem viele Parkingdienste monetarisieren ihren Traffic über Parkingseiten, die mit Google Anzeigen bestückt sind. Dazu werden Google Keywords übergeben. Klar sind das nicht zu nischige Keys sondern eher große. Daher liegt Goolge gerade bei volumenmäßig-größeren Keys eher falsch und das hiesige Beispiel fällt in die Kategorie
  • (Da dem Autor des Artikels scheinbar einiges an Wissen fehlt würde ich auch mal vermuten, dass der, so wie es per Default eingestellt ist auf „broad“ gesucht hat und nicht auf „exact“ und daher noch mal mehr daneben liegt. Ist eben aber nur eine Vermutung.)
  • (Kleiner Tipp am Rande. Das SK Tool von Google scheint dieser Tage etwas robuster)

Zu den 10 Euro CPC

  • Wie die meißten Domainer, wird der Kollege Verfasser auch nic SEM gebucht haben. Wenn das der Fall gewesen wäre, dann wüßte er, dass die Angaben beim Keyword Tool eher eine Überschätzung ist.

Da die Fehlannahmen ganz am Anfang des Artikels getroffen werden sind auch alle Folgerechnungen und Gedanken komplett falsch.

Hat noch jemand den Artikel gelesen und mußste sich an den Kopf fassen so wie ich? Wo haben sich in den Berechnungen des Kollegen „Domainberaters und Brokers“ noch Fehler eingeschlichen? Will er das bewußt falsch sehen und bewerten um die Domainpreise hoch zu treiben?

  1. matze-n
    7. September 2010, 16:30 | #1

    Ein schöner und sachlicher Beitrag zum Thema Glaubwürdigkeit von Zahlen im Adwords Keyword-Tool. Wie Du schön beschreibst fehlt vielen Domainern die Erfahrung mit Top-Platzierungen und sie verlassen sich auf diese Zahlen. Aber solange dieses Informationsdefizit sowohl auf der Anbieter- wie auch auf der Nachfragerseite besteht funktioniert der Markt natürlich (noch) prächtig.

  2. 8. September 2010, 09:11 | #2

    Jep, habe es gelesen ohne es zu kontrollieren. Aber es ist durchaus so, das viele Domainer von SEM/SEM wenig Ahnung haben und leider auch Keywordtools etc. nicht immer richtig bedienen können. Damit einen Verkaufspreis zu begründen ist sowieso kompliziert, ich denke es ist gut diese Werte ggf. mit aufzuführen, aber nicht als Berechnungsgrundlage zu verstehen.

    Mit unprojektierten Domains ist eine Preisfindung sowieso immer schwierig. Das kommt mehr auf den Verkäufer und sein Verhandlungsgeschick an, als auf CPC Werte.

    Nid so tragisch nehmen. Am Schluss hat der Käufer einen maximalen Preis den er zu bezahlen bereit ist. Überschneidet sich dieser mit der mindestpreisvorstellung der VK ist gut, ansonsten lassen wir die Domains im Domainkeller weiter reifen.

    Gruss Ric

  3. Thomas Promny
    8. September 2010, 09:20 | #3

    Hast du schon mal nen Immobilienmakler gesehen, der nicht aus dem Blick auf die Müllhalde einen „traumhaften Weitblick in die Natur“ macht?
    Gehört wohl dazu in dem Geschäft. 🙂

  4. 8. September 2010, 11:14 | #4

    Ich sehe das etwas anders. Ich gebe dir mit deinem Artikel absolut recht (Glaubwürdigkeit der Tools), habe aber den Eindruck, das der Artikel sich einfach mal „fiktive“ Zahlen genommen hat und an diesen eine Rechnung aufgestellt.
    Domainer mögen nicht soviel Ahnung von SEO haben, aber dafür haben Sie eine gute Ahnung wie sich der Markt entwickelt/entwickeln könnte. Sie beobachten schon etliche Jahre die Entwicklung von Preisen -> was wesentlich mehr Wert ist als ein Traffic-Tool.
    Hinzu kommt, das leicht projektierte Domains, mit einem Top 10 / Top 20 Ranking einen wesentlich höheren Erlös bringen. Die Gründe liegen auf der Hand:
    – Domain ist (meist) nicht abgestraft
    – erste SEO Schritte sind schon erledigt
    – man bekommt einen realen Eindruck was für Besucherzahlen in etwa über das Domainkey möglich sind

    Abgesehen davon find ich es falsch Domainer in einen Topf zu werfen, genauso wie SEOs. Gibt genug SEOs die auch Ihr Projekt als wunderschön verkaufen und am Ende hat man nichts gewonnen.

  5. 8. September 2010, 14:21 | #5

    Hallo Andre
    FYI – der Beitrag ist von mir 😉
    Die enthaltene Message ist nicht abhängig vom gewählten Beispiel und auch nicht von den Zahlen egal in welchem Tool. Es geht vielmehr darum, dass die intelligente Nutzung einer guten generischen Domain, zusammen mit SEM/SEO-Massnahmen für Endkunden ein erhebliches Business Development Potential hat und er dies anhand des ROI aus kaufmännischer Sicht bewerten sollte – In der Praxis werden die meisten wertvollen generischen Domains nicht bei Endkunden genutzt weil noch weitgehendes Unwissen z.B. über Domainstrategie ergänzend zur Stammdomain vorherrscht – Unser Ziel ist es, bei Unternehmen der „Old Economy“ das Bewusstsein für diese Tatsachen mit zu entwickeln – Letztendlich führt es zu einer Aufwertung der Bedeutung sowohl von SEO Services als auch von Domains – Erfreulich i.d.Z. ist dass SEOs den Wert generischer Domain in zunehmendem Maße anerkennen und auch ihre Kunden entsprechend beraten – ganz abgesehen davon, dass eine Premium Domain nicht nur für SEM Vorteile bietet …
    Noch kurz die Berichtigung Deiner Interpretation:
    der Artikel nennt bewusst nicht das Keyword um das es in dem Fall tatsächlich geht, es wurden aber die Werte „exaktes Suchvolumen, global“ aus Google Adwords herangezogen
    Mir ist bewusst – und das entspricht auch unserer Beratungspraxis – dass eine Keywordanalyse umfassendere Auswertungen voraussetzt als Google Adwords /SK bzw. Insights etc..

  6. 8. September 2010, 15:17 | #6

    Hey Ivo! Finde ich cool das du dich gemeldest hast. Ich habe bewußt deinen Namen ausgelassen. Ich denke, dass nicht nur du sondern viele andere Domainer auch, die Traffic Tools und deren Interpretationsweisen nicht 100%ig durchdringen daher bitte auch nicht persönlich nehmen! Trifft man sich auf der Dmexco?

  7. 8. September 2010, 16:47 | #7

    Hi Andre, kein Anlass etwas persönlich zu nehmen 🙂 möchte aber dass die beabsichtigte Anregung d.h. SEO und Domains aus anderem Blickwinkel zu betrachten – also nicht SEO und/oder Domainer-Brille sondern Endkunde – erhalten bleibt – ich hoffe in dieser Ansicht stimmen wir überein …
    und ich komme zur dmexco – cu !

  8. Sebastian Fleige
    14. Oktober 2010, 14:41 | #8

    Hi, bin gerade über den Artikel bei Recherchearbeiten gestolpert.

    Imho kann man eine Domain nur sehr schwer bewerten. Gerade die Bewertung über irgendwelche Tools kann nur zu einer ungefähren Berwertung führen. In Sachen SEO, sehe ich diese Problematik aber auch gegeben (bspw. Domain-Pop, IP-Pop, Link-Pop, „Sichtbarkeitsindex“ etc.). Im großen Ganzen möchte ich damit sagen, diese Art von Bewertung kann Sinn bei C- und D-Domains (rein vom Key her gesehen) machen (Kaufpreis bis niedrig X.XXX), welche als MFA-Seiten im Netz ihr Dasein tristen.
    Bspw.: Ne Domain wie Kaffeetasse.tld. wird wahrscheinlich auf Seite 1 geranked werden, bringt ein wenig Einnahmen und gut ist. Ggf. kann man so ne Domain noch für nen Linktausch nutzen.

    Bei Kategorien-Domains, wird man ja so oder so, früher oder später, auch auf anderen Keywords ranken wollen.
    Bspw.: Ne Domain wie wohnen.tld. sollte unter ner Vielzahl von Keys ranken und ist allein aus diesem Grund nicht so einfach zu bewerten.

    Auch die Integration, innerhalb der Wertschöpfungskette muss beachtet werden. Eine Nischen (C- oder D-Domain) wird nen User nur zu nem CPC oder über nen Affili vermarkten. I.d.R. ist der Aufwand zu groß nen eigenen Shop- mit eigener Logistik oder Fullfilment zu betreiben. Bei einer TopDomain, ist bei Kaufpreisen im Bereich von XX.XXX – XXX.XXX, eine tiefere Integration von Nöten.
    Der Letzte Punkt das Brandbuilding. Imho ist es einfacher nen Begriff wie buch.tld, lampe.tld oder fahrrad.tld zu branden, als einen Fantasiebegriff wie bspw. lomandu.tld. (Hier freue ich mich über Feedback).

    Bis dann und LG, Sebastian

  9. Markus Laue
    7. Dezember 2010, 20:09 | #9

    Super Beitrag, ganz ehrlich. Habe ne ganze Weile gesucht heute Abend, weil ich mich mal ein wenig mit dem Thema Domaining beschäftigen wollte…gehöre leider auch zu den Naiven…geile Domain gesehen…gekauft…und erstmal liegen lassen…man könnte sie ja mal gebrauchen.

    Nur weiter so…BG Markus

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